{"id":1313,"date":"2018-11-27T14:36:54","date_gmt":"2018-11-27T14:36:54","guid":{"rendered":"http:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/?page_id=1313"},"modified":"2018-12-06T20:19:23","modified_gmt":"2018-12-06T20:19:23","slug":"hintergrund-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/?page_id=1313","title":{"rendered":"Hintergrund"},"content":{"rendered":"<h3><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Zelten3.jpg\" alt=\"\" width=\"944\" height=\"629\" class=\"aligncenter\" \/><\/h3>\n<h3>Warum unserer Meinung nach Engagement f\u00fcr und mit Gefl\u00fcchteten notwendig ist und wie wir dieses gestalten:<\/h3>\n<p>Gefl\u00fcchtete in Deutschland erleben t\u00e4glich, was es bedeutet, ausgeschlossen zu sein. Wenn sie es \u00fcber die Grenzen nach Deutschland geschafft haben, leben die Gefl\u00fcchteten r\u00e4umlich und sozial am Rande der Gesellschaft. Die Wohnheime, in denen die Gefl\u00fcchteten auf engstem Raum zusammenleben, befinden sich h\u00e4ufig in entlegenen Stadtvierteln oder Industriegebieten (betrifft in Freiburg vor allem St. Christoph in der Hermann-Mitsch-Str. und das Wohnheim in der Mooswaldallee), bieten wenig Privatsph\u00e4re und kaum M\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Austausch mit Menschen au\u00dferhalb des Wohnheims. Die meisten der Familien im Freiburger Fl\u00fcchtlingswohnheim St. Christoph leben in Kettenduldungen und damit in st\u00e4ndiger Unsicherheit, abgeschoben zu werden. Ein tats\u00e4chliches \u201eAnkommen\u201c an einem sicheren Ort, die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft, sowie ein eigenst\u00e4ndiges und selbstbestimmtes Leben wird den Familien damit von Beginn an unm\u00f6glich gemacht.<br \/>\nIn unserer Gesellschaft sind die Gefl\u00fcchteten h\u00e4ufig \u201eunsichtbar\u201c, sie existieren nicht als gleichberechtigte B\u00fcrger_innen mit politischer Mitsprache und gleichwertiger Anerkennung im gesellschaftlichen und beruflichen Leben: Sie genie\u00dfen beispielsweise keine vollst\u00e4ndige Bewegungs- und Berufsfreiheit, keine freie Wahl des Wohnsitzes und haben \u2013 wenn doch einmal eine Arbeitserlaubnis erteilt wurde \u2013\u00a0 einen nachrangigen Arbeitsmarktzugang. Das aktive und passive Wahlrecht und somit die Mitsprache bei den sie selbst betreffenden Entscheidungen ist ihnen vorenthalten. Sie erfahren einen strukturellen und individuellen Rassismus.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Selbstverst\u00e4ndnis und Ziele<\/h3>\n<p>Unsere Initiative basiert auf der Solidarit\u00e4t mit Gefl\u00fcchteten.Gefl\u00fcchteten Menschen ein w\u00fcrdiges und gleichberechtigtes Dasein zu erm\u00f6glichen ist eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung. Diese ergibt sich aus der historischen Verantwortung Deutschlands sowie aus der Selbstverpflichtung gegen\u00fcber den Grundwerten der freiheitlichen Demokratie. Somit verstehen wir unser Engagement auch explizit als ein politisches.<br \/>\nDurch das Patenschaftsmodell m\u00f6chten wir ganz konkret einer Isolation entgegenwirken und den Austausch mit Fl\u00fcchtlingen und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre schwierige Situation f\u00f6rdern. Die vorhandenen Barrieren sollen durch ein gemeinsames Kennenlernen auf Augenh\u00f6he und eine daraus resultierende Unterst\u00fctzung und Respekt f\u00fcreinander \u00fcberwunden bzw. zumindest entsch\u00e4rft werden.<br \/>\nZivilgesellschaftliches Engagement wie das unsere darf jedoch nicht dazu f\u00fchren, dass gesellschaftliche Missst\u00e4nde kaschiert werden. Wir sehen es vielmehr als unsere Pflicht, diese aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Name<\/h3>\n<h3><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/homepage_schluesselmensch_logo-1.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"424\" class=\"alignright\" \/><\/h3>\n<p>Der Name entstand, als uns ein Zeitungsartikel in die H\u00e4nde fiel: ein junger Arzt, der als Fl\u00fcchtling nach Deutschland gekommen war, beschrieb, wie schwierig und steinig sein Weg war, bis er bleiben konnte. Nur weil es immer wieder Menschen gab, die sich gemeinsam mit ihm gegen den strukturellen Rassismus in der Gesellschaft und f\u00fcr seine Situation einsetzten, war es ihm m\u00f6glich, schlie\u00dflich zu studieren und in Deutschland zu bleiben. Diese Menschen, die er an allen Ecken seines Lebens getroffen hatte, nannte der junge Mann \u201eSchl\u00fcsselmenschen\u201c.<br \/>\nDer Name Initiative|SCHL\u00dcSSELMENSCH dr\u00fcckt also aus, dass der Kontakt zwischen Gefl\u00fcchteten und der sogenannten Mehrheitsgesellschaft nichts Selbstverst\u00e4ndliches ist. Wir m\u00f6chten\u00a0diesen herstellen. Dabei ist es uns wichtig, dass dieser Austausch auf Beidseitigkeit basiert und wir sehen es als Herausforderung und Notwendigkeit, die Patenschaften jenseits eines im Umgang mit Gefl\u00fcchteten h\u00e4ufig entstehenden Paternalismus zu etablieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a><br \/>\nKleine Begriffserkl\u00e4rung: Von <i>strukturellem Rassismus<\/i> spricht man, wenn das gesellschaftliche System mit seinen Rechtsvorstellungen und seinen politischen und \u00f6konomischen Strukturen Ausgrenzungen bewirkt, w\u00e4hrend der <i>institutionelle Rassismus <\/i>sich auf Strukturen von Organisationen, eingeschliffene Gewohnheiten, etablierte Wertvorstellungen und bew\u00e4hrte Handlungsmaximen bezieht. Der strukturelle schlie\u00dft also den institutionellen Rassismus ein. Der <i>individuelle Rassismus<\/i> hingegen beruht auf pers\u00f6nlichen Handlungen und Einstellungsmustern und bezieht sich auf die direkte pers\u00f6nliche Interaktion. <i>Zitiert nach: <a href=\"http:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Rommelspacher-Was-ist-Rassismus.pdf\">Rommelspacher, Birgit (2009): Was ist eigentlich Rassismus?<\/a><\/i><i><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum unserer Meinung nach Engagement f\u00fcr und mit Gefl\u00fcchteten notwendig ist und wie wir dieses gestalten: Gefl\u00fcchtete in Deutschland erleben t\u00e4glich, was es bedeutet, ausgeschlossen zu sein. Wenn sie es \u00fcber die Grenzen nach Deutschland geschafft haben, leben die Gefl\u00fcchteten r\u00e4umlich und sozial am Rande der Gesellschaft. Die Wohnheime, in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1313","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1313"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1406,"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1313\/revisions\/1406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}