{"id":1509,"date":"2020-01-19T09:00:30","date_gmt":"2020-01-19T09:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/?p=1509"},"modified":"2024-04-14T09:15:20","modified_gmt":"2024-04-14T09:15:20","slug":"reaktion-auf-die-ablehnung-der-petition-von-familie-a-s-fuer-eindauerhaftes-bleiberecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiative-schluesselmensch.org\/?p=1509","title":{"rendered":"Reaktion auf die Ablehnung der Petition von Familie A.\/S. f\u00fcr eindauerhaftes Bleiberecht"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"1509\" class=\"elementor elementor-1509 elementor-bc-flex-widget\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-1180fc8c elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"1180fc8c\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-7e756b40\" data-id=\"7e756b40\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-65efacea elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"65efacea\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<section class=\"pdf_page\" aria-label=\"Page 1\"><div class=\"textlayer\"><div style=\"text-align: left;\"><strong>Im<\/strong><b> Fr\u00fchjahr 2014 reiste die Familie A.\/S. aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschland<\/b><\/div><div><b>ein und stellte einen Asylantrag. Als dieser abgelehnt wurde, stellte die Familie mit Hilfe<\/b><\/div><div><b>ihres Anwalts im Herbst 2017 einen H\u00e4rtefallantrag. Trotz positiver Entscheidung der<\/b><\/div><div><b>H\u00e4rtefallkommission Ende 2018 sitzen sie bis heute in Kettenduldungen fest.<\/b>\u00a0<\/div><div><\/div><div>Das Innenministerium teilte die Ansichten der H\u00e4rtefallkommission nicht und veranlasste im<\/div><div>Fr\u00fchjahr 2019 alle Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine Abschiebung der vorbildlich integrierten Familie.<\/div><div><b>Seit nunmehr fast f\u00fcnf Jahren begleitet die Initiative|SCHL\u00dcSSELMENSCH e.V. die Familie<\/b><\/div><div><b>im Rahmen einer Patenschaft.<\/b> Im Zuge dessen konnte der Verein mitverfolgen, dass die<\/div><div>Familie von Anfang an keine M\u00fchen scheute in Freiburg ein eigenst\u00e4ndiges Leben als Teil<\/div><div>dieser Gesellschaft zu f\u00fchren. Trotz aller H\u00fcrden schaffte es Familie A.\/S. sich im<\/div><div>Freiburger Alltag zurechtzufinden und sich eine eigenst\u00e4ndige Existenz aufzubauen. Vor<\/div><div>diesem Hintergrund reichte der Verein im M\u00e4rz 2019 eine Petition beim baden-<\/div><div>w\u00fcrttembergischen Petitionsausschuss ein.<\/div><div><b>Nun wurde die Petition abgelehnt.<\/b><\/div><div><b>\u00a0<\/b><\/div><div>Laut Drucksache 16\/3708 bestehen \u201einformelle Kriterien\u201c, die das Innenministerium von<\/div><div>Baden-W\u00fcrttemberg nach eigenen Angaben ansetzt. So k\u00f6nnen Personen, deren<\/div><div>Asylantrag als \u201eoffensichtlich unbegr\u00fcndet\u201c abgelehnt wurde, letztendlich nur dann eine<\/div><div>positive H\u00e4rtefallantragsentscheidung erwarten, wenn vier Jahre nach der Ablehnung des<\/div><div>Asylantrages und der H\u00e4rtefallantragstellung vergangen sind. Mit dieser Praxis wird der<\/div><div>\u00a723a AufenhG ausgehebelt. Diese Kriterien wenden sich u.a. vor allem gegen Menschen<\/div><div>aus sicheren Herkunftsl\u00e4ndern, die vor August 2015 eingereist sind. Auch im Fall von<\/div><div>Familie A.\/S. wurden diese Kriterien herangezogen und der Entscheidung der<\/div><div>H\u00e4rtefallkommission entgegengesetzt.<\/div><div><\/div><div>Seit M\u00e4rz 2019 wurde der Familie nun aufgrund des Ausbildungsverh\u00e4ltnisses der Mutter<\/div><div>in letzter Minute eine Ausbildungsduldung bewilligt. Diese ist an einen erfolgreichen<\/div><div>Abschluss der Ausbildung gekoppelt. <b>Die ebenfalls im M\u00e4rz 2019 eingereichte Petition<\/b><\/div><div><b>forderte eine Aufenthaltserlaubnis um f\u00fcr die Familie endlich die wohl verdiente Ruhe und<\/b><\/div><div><b>Perspektive zu erwirken, an der es aufgrund der permanenten Unsicherheit schon so<\/b><\/div><div><b>lange fehlt.<\/b><\/div><div><b>\u00a0<\/b><\/div><div><\/div><div>Doch vom Innenministerium und den Beh\u00f6rden gab es kein Entgegenkommen, die<\/div><div>Petition wurde abgelehnt. Es wird lediglich auf die Ausbildungsduldung verwiesen. In der<\/div><div>Begr\u00fcndung des Petitionsausschusses hei\u00dft es, dass die Familie mit der sogenannten<\/div><div>\u201e3+2 Regelung\u201c eine Perspektive auf ein dauerhaftes Bleiberecht habe.<\/div><div>Sind die gesetzlichen Vorgaben f\u00fcr einen Aufenthalt, vor allem f\u00fcr Menschen aus<\/div><div>sogenannten sicheren Herkunftsl\u00e4ndern, sehr eingeschr\u00e4nkt, so werden auf Landesebene<\/div><div>durch weitere informelle Kriterien (s. Drucksache 16\/3708) die Gesetze und die Handhabe<\/div><div>noch weiter versch\u00e4rft. Familie A.\/S. hat sich in bald sechs Jahren eine eigenst\u00e4ndige<\/div><div>Existenz aufgebaut und verf\u00fcgt bis heute nicht \u00fcber die Gewissheit bleiben zu d\u00fcrfen.<\/div><div>Allgemeine Ausf\u00fchrungen des Petitionsausschusses, dass die Familie in ein \u201edauerhaftes<\/div><div>Aufenthaltsrecht hineinwachsen\u201c werde, hilft der Familie nicht weiter. F\u00fcr die Familie hei\u00dft<\/div><div>die Entscheidung zun\u00e4chst, dass sie f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre weiter in einem<\/div><div>Duldungsstatus, in Ungewissheit, leben m\u00fcssen.<\/div><div><\/div><div><\/div><div><\/div><div>Auf der einen Seite werden geforderte Integrationsleistungen ein ums andere Mal<\/div><div>erbracht und auch durch die H\u00e4rtefallkommission best\u00e4tigt, jedoch verhindern immer<\/div><div>h\u00f6here H\u00fcrden eine sichere Aufenthalts-Perspektive. <b>Auf diese Weise schwebt \u00fcber der<\/b><\/div><div><b>Familie das Damoklesschwert der Abschiebung. <\/b>Familien werden zum Spielball von nicht<\/div><div>nachvollziehbaren Gesetzen, informellen Kriterien und Entscheidungen von Beh\u00f6rden die<\/div><div>allein politischen Interessen nachkommen.<\/div><div><\/div><div><\/div><div><\/div><div>Wie soll eine Familie ruhig schlafen k\u00f6nnen, die statt eines sicheren Aufenthaltstitels von<\/div><div>Duldung zu Duldung vertr\u00f6stet wird? Wie sollen diejenigen weiter zu den geforderten<\/div><div>Integrationsleistungen motiviert werden, wenn sie in solch einer perspektivlosen<\/div><div>Ungewissheit leben?<\/div><div><\/div><div><\/div><div><\/div><\/div><div><div><b>Wir, die Initiative|SCHL\u00dcSSELMENSCH e.V., k\u00f6nnen die Entscheidung des<\/b><\/div><div><b>Petitionsausschusses nicht nachvollziehen und werden uns weiterhin f\u00fcr einen<\/b><\/div><div><b>menschenw\u00fcrdigen Umgang mit Gefl\u00fcchteten einsetzen.<\/b><\/div><\/div><\/section>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchjahr 2014 reiste die Familie A.\/S. aus Bosnien und Herzegowina nach Deutschlandein und stellte einen Asylantrag. Als dieser abgelehnt wurde, stellte die Familie mit Hilfeihres Anwalts im Herbst 2017 einen H\u00e4rtefallantrag. 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